Urteil – Ein Anruf am Arbeitsplatz – und der gesetzliche Unfallschutz ist futsch!

Während privater Telefonate am Arbeitsplatz sind Beschäftigte nicht gesetzlich versichert. Darauf hat das hessische Landessozialgericht Darmstadt in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil bestanden (AZ: L 3 U 33/13).

In einer Lagerhalle kann es schon einmal richtig laut werden – der Gabelstapler brummt, das Fließband surrt und die Kollegen müssen sich rufend verständigen, wenn sie gehört werden wollen. Da fällt natürlich auch das Telefonieren schwer. Ein Lagerarbeiter aus Wiesbaden ging deshalb kurz nach draußen auf die Laderampe, als er seine Frau anrufen wollte. Doch nach dem 2minütigen Gespräch blieb er auf dem Rückweg zu seinem Arbeitsplatz an einem Begrenzungswinkel hängen und verletzte sich dabei schwer.

Betriebsgenossenschaft verweigert schutz

Dumm für den Arbeitnehmer: Die Betriebsgenossenschaft wollte das Missgeschick nicht als Arbeits anerkennen und verweigerte jede Leistung. Sie verwies darauf, dass privates Telefonieren nicht gesetzlich versichert sei. Dies gelte auch für Handygespräche am Arbeitsplatz.

Daraufhin zog der Lagerarbeiter vor Gericht. Doch auch die Richter gaben der Berufsgenossenschaft . Gesetzlicher schutz bestehe nur, wenn ein infolge einer versicherten Tätigkeit eintrete, heißt es in der Urteilsbegründung. Persönliche oder eigenwirtschaftliche Verrichtungen wie Essen oder Einkaufen würden aber den schutz unterbrechen. Nur bei zeitlich und räumlich ganz geringfügigen Unterbrechungen bleibe der sschutz bestehen. Dies sei der Fall, wenn die private Tätigkeit „im Vorbeigehen“ oder „ganz nebenher“ erledigt werde.

Private schützt auch bei Arbeitspausen

Die Urteilsbegründung des Landessozialgerichtes ist ein Stück weit absurd. Denn hätte der Arbeiter am Arbeitsplatz telefoniert und damit möglicherweise sich und andere gefährdet, wäre der gesetzliche schutz bestehen geblieben. So aber bleibt die Erkenntnis: Wer auch am Arbeitsplatz rundum versichert sein will, der muss eine private abschließen. Sie leistet in der Regel unabhängig von der Situation, in der ein eintritt.

Arbeitgeber können ihre Beschäftigten auch mit einer privaten Gruppen absichern. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können derartige Zusatzleistungen ein Mittel sein, um gute Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung über die vielfältigen Möglichkeiten des schutzes!

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