Kfz-Haftpflichtversicherer muss auch bei überteuerter Werkstattrechnung leisten

Unschuldig in einen verwickelt – und dann noch einen Teil der Reparaturkosten selbst zahlen müssen, weil der Kfz-Versicherer des verursachers behauptet, die Werkstatt-Rechnung sei zu hoch? Das müssen sich geschädigte nicht gefallen lassen, wie das Amtsgericht München bestätigte (AZ. 332 C 4359/18). Demnach muss der Versicherer auch eine Rechnung voll zahlen, die mutmaßlich zu hoch ausgefallen ist.

Der Kfz-versicherer eines verursachers kann einem Geschädigten nicht das Risiko einer zu hohen Werkstattrechnung aufbürden. Dies hat das Amtsgericht München mit einem skräftigen Urteil bestätigt. Es verpflichtete einen Versicherer dazu, die volle Werkstattrechnung zu übernehmen – obwohl dort bestimmte Leistungen geltend gemacht wurden, die schlicht intransparent waren.

Fahrspur mehrfach eingestellt

Im verhandelten sstreit wurde der Fahrer eines Ford Orion in einen verwickelt, so berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Wagen wurde dabei so schwer beschädigt, dass vorne der linke Kotflügel und die Stoßstange ausgetauscht werden mussten. Der andere Fahrer war allein für den verantwortlich, da er die Vorfahrt schnitt. Der Geschädigte gab sein Auto schließlich in eine Werkstatt, wo 4.000 Euro Reparaturkosten berechnet wurden.

Der Autoversicherer der Gegenpartei wollte aber nur einen Teil der Werkstatt-Rechnung erstatten. Er berief sich darauf, dass bestimmte Leistungen der Werkstatt intransparent seien bzw. der Verdacht bestehe, dass sie zu Un berechnet wurden. Unter anderem wurde laut Rechnung die Spur doppelt eingestellt, ohne dass ein Prüfprotokoll die Notwendigkeit bestätigt hätte. Auch ein sogenannter „Lack-Finish“ und „Verbringungskosten“ konnten keiner Reparaturarbeit zugeordnet werden.

400 Euro sollte der geschädigte Autofahrer letztendlich aus der eigenen Tasche erstatten. Er hätte prüfen müssen, ob die Werkstatt alles korrekt berechne, so argumentierte die . Doch der Fahrer klagte vor Gericht: mit Erfolg. Die Richter bestätigten, dass der versicherer die komplette Werkstattrechnung überweisen muss. Das gilt selbst dann, wenn die Kosten tatsächlich zu hoch ausgefallen wären.

Laie kann Werkstattkosten und Reparaturen kaum prüfen

Die Begründung: Ein Autofahrer habe in der Regel „nur beschränkte Kenntnis- und Einwirkungsmöglichkeiten“ bei Werkstattreparaturen. Schließlich sind die meisten Laien, die eben nicht beurteilen können, ob etwa eine Korrektur der Spur notwendig ist oder der Lack bearbeitet werden muss. Das sogenannte Werkstattrisiko habe deshalb der Versicherer zu tragen, der ja auch über das entsprechende Know-how verfügt, etwa Gutachter. Der Versicherer muss dann eventuell von der Werkstatt die Korrektur der Rechnung einfordern, aber nicht vom geschädigten.

Autofahrer müssen sich also nicht alles gefallen lassen. Um gegen solche sstreite gewappnet zu sein, hilft eine -, die eventuelle Klage- und Verfahrenskosten übernimmt. Hierbei sollte drauf geachtet werden, dass der -Versicherer ein anderer Anbieter ist als jener, bei dem man wichtige Verträge hält. Denn die übernimmt die Kosten nur, wenn einem sstreit genügend hohe Aussichten auf Erfolg bescheinigt werden. Hier liegt ein Interessenkonflikt vor, wenn der Versicherer quasi gegen sich selbst klagen muss.

Als erste Adresse kann bei einem solchen Anliegen auch der Ombudsmann der swirtschaft angeschrieben werden, eine Schlichtungsstelle der Branche. Er prüft die Ansprüche des Verbrauchers schnell und kostenlos – ohne, dass die ssache während des Schlichtungsverfahrens verjähren würde. Wer mit dem Schlichterspruch unzufrieden ist, kann später immer noch vor Gericht ziehen.

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