Wenn ein Ziegel aus dem Dach fällt

Der Herbst ist da. Haus- und Grundbesitzer sollten eigene nun auf die Sturmsicherheit prüfen. Denn ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart zeigt hohe srisiken. Demnach haftet der Grundbesitzer nicht nur für entstandene Schäden. Er kann für Schaden auch durch en in Regress genommen werden. Wer sich vor derartigen srisiken absichern will, dem hilft eine Haus- und Grundbesitzer.

Grundstückbesitzer: Anforderungen an die Sturm-Sicherheit hoch

Anforderungen an die Sorgfaltspflicht eines Grundstücksbesitzers sind hoch. Denn durch herabfallenden teile drohen „erhebliche Gefahren“ für die Gesundheit und das Eigentum Unbeteiligter. Nur ein fehlerfrei errichtetes und mit Sorgfalt gewartetes entlässt den Besitzer folglich aus der spflicht. Das musste auch die evangelische Kirche in Stuttgart aufgrund eines verlorenen Streits vor Gericht erfahren.

Ursache des sstreits waren Folgen eines schweren Sturms. Am 31.3. 2015 lösten sich durch Windgeschwindigkeiten bis 100 km/h etwa 60 Ziegel vom Turmdach eines alten Kirchens und beschädigten ein geparktes Auto. Das Fahrzeug wurde dem Fahrer zunächst durch dessen Kfz- ersetzt. Nun aber wandte sich die an die Kirche und wollte sie für den Schaden in Regress nehmen. Sei es doch Aufgabe der Kirche gewesen, die Sicherheit des Kirchens zu überwachen.

Die Kirche jedoch wollte nicht zahlen und wurde in der Folge durch die verklagt. Folgendes wollte die Kirche entlastend geltend machen: Da sich der Turm in 35 Metern Höhe befindet, müsse von wesentlich höheren Windgeschwindigkeiten als den gemessenen 100 km/h in Bodennähe ausgegangen werden. Auch hätte eine Windhose nach oben gestiegen sein können und dadurch die Ziegel lösen. Die Kirche wollte sich demnach auf ein außergewöhnliches Naturereignis berufen, um den Schaden nicht zu ersetzen.

Mit dieser Argumentation aber erlitt die evangelische Kirche eine Niederlage vor zwei Gerichtsinstanzen – zunächst durch Urteil des Landgerichts (LG) Stuttgart und dann durch Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart: Die Kirche musste zahlen. Das Oberlandesgericht verdeutlichte in seinem Urteil die hohen Anforderungen an die Sorgfaltspflicht. Denn zu bedenken ist: Herabfallende Teile eines s können auch einen Menschen verletzten oder sogar töten. So gesehen gab es Glück im Unglück, da nur ein Kfz-Fahrzeug zu Schaden kam.

So wäre es zum Beispiel laut Oberlandesgericht geboten gewesen, dass die Kirche in regelmäßigen Abständen das Kirchturmdach kontrolliert. Hierbei hätte die Gefahr durch herunterfallende Dachziegel dazu führen müssen, durch Einsatz eines Hubsteigers die Festigkeit jedes einzelnen Ziegels zu kontrollieren. Auch muss der Grundbesitzer sogar noch bei Windstärke 13 und damit bei orkanartigem Sturm für herabfallende teile haften. Wären doch größere Windstärken in Zeiten des Klimawandels nicht mehr als außergewöhnliches Naturereignis anzusehen, weswegen Gerichte höhere Anforderungen an die Sicherheit von n stellen.

Anscheinsbeweis: Grundstückbesitzer muss Sorgfalt beweisen

Es gilt der Anscheinsbeweis: Demnach spricht das Ablösen von teilen grundsätzlich für eine mangelhafte Unterhaltung, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist. Auf ein außergewöhnliches Naturereignis hingegen kann sich erst ab Windgeschwindigkeiten im mittleren Bereich von 14 Beaufort und demnach von mehr als 150 km/h berufen werden, wie das Gericht unter Verweis auf weitere Urteile ausführt.

Aufgrund derartiger srisiken lohnt es sich für Haus- und Grundbesitzer, nicht nur die , sondern auch ihren sschutz zu überprüfen. So tritt zum Beispiel eine Haus- und Grundbesitzer dann ein, wenn Gegenstände vom Eigenheim andere schädigen. Ist jedoch kein Eigentum vorhanden, sondern ein Blumentopf fällt bei Sturm vom Fensterstock einer Mietwohnung, greifen private en.

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