Studie – Berufsunfähigkeitsversicherung bei Frauen immer mehr gefragt

Eine Berufsunfähigkeits zählt zu den wichtigsten Vorsorgeformen. Umso erfreulicher ist der Trend, dass auch Frauen immer häufiger eine entsprechende Police abschließen, wie der Gesamtverband der Deutschen swirtschaft (GDV) berichtet. In einem Punkt haben Frauen gegenüber Männern sogar die Nase vorn: Das Durchschnittsalter ist beim Abschluss einer BU niedriger.

Jeder vierte Erwerbstätige muss seinen Beruf vor Erreichen des Rentenalters aufgeben, wie Zahlen der Deutschen Renten zeigen. Immer häufiger sind psychische Erkrankungen Ursache für das Ausscheiden aus dem Berufsleben. Umso wichtiger ist es, mit einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeits das finanzielle Risiko aufzufangen. Der s-Dachverband GDV widmete sich in einer aktuellen Studie der Frage, wie das Absicherungsniveau speziell der Frauen derzeit ist.

38 Prozent der BU-Versicherten sind Frauen

Die Studie zeigte einen positiven Trend. Der Anteil der weiblichen Versicherten bei der Berufsunfähigkeit ist innerhalb der letzten fünf Jahre von 37 auf 38 Prozent angewachsen. Das klingt zunächst nach wenig, aber auch in den Jahren zuvor war ein Anstieg zu beobachten. Insgesamt gibt es gut 17 Millionen Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsen im Bestand der deutschen Lebensversicherer (Stand 2014).

„Für den allmählichen, aber stetigen Anstieg sind mehrere Gründe denkbar. So sind heute mehr Frauen erwerbstätig als noch vor wenigen Jahren. Zudem dürfte es mehr Haushalte geben, in denen Frauen den wesentlichen Teil zum Einkommen beisteuern – damit ist auch die Notwendigkeit weiter gestiegen, das Einkommen gegen das Risiko einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit abzusichern“, erläutert Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung und BU-Experte.

Erfreulich ist zudem die Tatsache, dass Frauen zeitiger mit einer BU vorsorgen als Männer. Im Schnitt entscheiden sie sich im Alter von 28 Jahren für eine Police. Männer hingegen schließen ihre BU erst mit durchschnittlich 30 Jahren ab. Dies lässt auch den Schluss zu, dass sich Frauen in jüngeren Jahren mit dem Risiko einer Berufsunfähigkeit beschäftigen.

Allgemein ist das weibliche Geschlecht empfänglicher für Gesundheitsthemen. Frauen gehen zeitiger zum Arzt als Männer und ernähren sich bewusster, wie Studien etwa der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen. Dieser bewusstere Lebenswandel trägt dazu bei, dass Frauen in Deutschland eine um 5,6 Jahre höhere Lebenserwartung haben.

Auch Altersvorsorge wichtiges Thema

Wichtig ist es für Frauen aber nicht nur, sich für die Zeit der Berufstätigkeit abzusichern. Weil sie im Schnitt häufiger mit der Unterbrechung ihrer Erwerbsbiographien konfrontiert werden, etwa aufgrund von Kindererziehungszeiten oder der Pflege von Angehörigen, bedeutet auch die Altersarmut ein besonderes Risiko. Das belegen Zahlen der DRV. Im März 2015 bezogen in Deutschland rund 512.000 Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter, weil ihr Alterseinkommen für ein würdevolles Leben nicht ausreichte. Die Mehrheit der Leistungsbezieher sind Frauen (61 Prozent). Hier gilt es, zeitig vorzusorgen – Klarheit schafft ein Beratungsgespräch!

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