Sparen – Lebensversicherung – Garantiezins könnte 2017 unter 1 Prozent fallen!

Wer eine klassische abschließen will, sollte möglicherweise noch dieses Jahr aktiv werden. Denn ab 2017 könnte der Garantiezins weiter fallen – von 1,25 auf dann 0,9 Prozent. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich auf Pläne des Bundesfinanzministeriums.

Wie viel Zinsen den Neukunden einer klassischen garantiert werden dürfen, regelt der sogenannte Garantiezins, auch Höchstrechnungszins genannt. Dieser Zins wird vom Bundesfinanzministerium per Verordnung festgesetzt. Mit dem Garantiezins können Kunden nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten sicher rechnen.

Die schlechte Nachricht für alle Sparer: Zum 1. Januar 2017 könnte der Garantiezins weiter fallen, von derzeit 1,25 Prozent auf dann 0,9 Prozent. Das sehen Pläne der Bundesregierung vor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag meldet. Grundlage für die Absenkung sind Empfehlungen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) und der Finanzaufsicht BaFin. Die Regierung hat bei der Festlegung das letzte Wort.

Die Absenkung wird nur für Neukunden gelten, die ab 2017 eine entsprechende Police unterzeichnen. Wer bereits eine hat, profitiert weiterhin von den höheren Garantien.

Reaktion auf den Niedrigzins an den Kapitalmärkten

Warum aber soll der Garantiezins sinken? Anlass sind die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt, unter anderem infolge der Niedringzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Berechnung des Garantiezinses beruht auf den Durchschnittswerten von europäischen Staatsanleihen mit höchster Kreditwürdigkeit. In solche Papiere investieren die en bei Garantiezins-Produkten fast 86 Prozent ihrer Kundengelder, so will es der Gesetzgeber. Weil aber die Zentralbank selbst massiv Staatsanleihen aufkauft, sinkt auch der Wert dieser Papiere. Sie werfen für die en immer weniger Geld ab.

Der sinkende Wert der Staatsanleihen erschwert es folglich den Versicherern, ihre langfristigen Zusagen an die Kunden zu erwirtschaften. Sie haben zwei Möglichkeiten: Um höhere Renditen zu erzielen, müssen sie entweder auf lange Laufzeiten setzen. Dann aber würde der aktuelle Niedrigzins an nachfolgende Kundengenerationen vererbt, selbst wenn die Zinsen an den Kapitalmärkten wieder steigen sollten. Variante 2: Die Versicherer stecken ihr Geld in riskantere Anlageklassen. Dann aber müssen sie laut Finanzaufsicht höhere Rücklagen hinterlegen, was die Bilanzen belastet.

Infolgedessen werden sogenannte klassische en, die eben einen Garantiezins beinhalten, auch für die Versicherer unattraktiver. Sie bieten zunehmend alternative en an, die zwar auf einen Garantiezins verzichten, aber dem Sparer höhere Renditen versprechen. Der Grund: Bei diesen Policen sind die Anbieter nicht gezwungen, das Geld der Kunden überwiegend in Staatsanleihen zu stecken. Sie können es auch in Aktienfonds, Index- und Unternehmensbeteiligungen investieren, bei denen eben mehr Rendite möglich ist. Garantiert ist bei diesen Produkten in der Regel die Höhe der eingezahlten Beiträge.

Garantiezins ist nicht alles!

Lohnt sich dann auch zukünftig noch der Abschluss einer ? Hinsichtlich dieser Frage gilt es zu bedenken, dass der Garantiezins nicht die Gesamtverzinsung der Sparbeiträge darstellt. Hinzu tritt eine jährlich gutgeschriebene Überschussbeteiligung sowie ein erfolgsabhängiger Schlussüberschuss. Und so beläuft sich die Gesamtverzinsung von Rentenen 2016 auf durchschnittlich 3,56 Prozent, wie der Gesamtverband der swirtschaft (GDV) berichtet – gegenüber 3,87 Prozent im Vorjahr. So manche andere Geldanlage schneidet da deutlich schlechter ab. Ein Beratungsgespräch hilft, alle Vor- und Nachteile der zu erörtern!

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