Sparten – Rettungsschirm für Lebensversicherer – Was ist die Protektor AG?

Die deutsche Lebenss-Branche hat einen eigenen Rettungsschirm: Die Protektor Lebenss-AG. Diese Auffanggesellschaft garantiert, dass Sparer um ihre Leistungen aus LV-Verträgen nicht bangen müssen – selbst wenn der Versicherer in eine wirtschaftliche Schieflage gerät.

Der Abschluss einer Lebens ist eine Entscheidung für eine lange Zeit, wenn nicht gar für das Leben. Viele Verträge sehen Laufzeiten von 10, 20 oder gar 30 Jahren vor. Doch was ist, wenn ein Unternehmen mal in finanzielle Schwierigkeiten geraten sollte? Natürlich erwarten die Kunden, dass dann ihre Verträge auch weiterhin erfüllt werden und die vereinbarte Leistung ausgezahlt wird.

Rettungsschirm der Branche: Die Protektor Lebens-AG

Für den Fall, dass ein Lebensversicherer tatsächlich in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sollte, hat die Branche vorgesorgt. Die sogenannte Protektor Lebens-AG, gegründet im Jahr 2002, ist der offizielle Rettungsschirm für notleidende Lebensversicherer.

Wenn ein Anbieter in die Insolvenz schlittert, garantiert Protektor, dass die Verträge weiterlaufen und die Leistungen an die Kunden bedient werden. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2004 ist Protektor offiziell der Sicherungsfonds der deutschen Lebensversicherer.

Und dieser Rettungsschirm ist aktuell gut ausgestattet, wenn man Protektor-Chef Jörg Westphal Glauben schenkt. Die Auffanggesellschaft könne dank mehrerer Sicherheitsmechanismen selbst die Schieflage eines größeren Anbieters schultern, berichtet Westphal dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Insgesamt kann man auch sehr sehr große Versicherer auffangen. An Geld würde es nicht mangeln“, gab der Diplom-Kaufmann zu Protokoll. Aktuell habe Protektor rund 900 Millionen Euro in den Kassen.

Hierbei gilt es auch zu bedenken, dass nicht alle Verträge sofort ausgezahlt werden müssen, wenn ein Lebensversicherer pleitegehen sollte. Im Gegenteil: Lediglich die Unterdeckung des kriselnden Unternehmens muss ausgeglichen werden. Protektor übernimmt dann die Policen und lässt sie einfach weiterlaufen. Zudem gibt es einen weiteren Sicherheitspuffer für den Ernstfall. Falls das Geld nicht reiche, seien die Lebensversicherer verpflichtet, Sonderbeiträge in gleicher Höhe nachzuschießen.

BaFin: Lebensversicherer gut ausgestattet

Doch zur Panikmache besteht aktuell gar kein Grund, denn die deutsche Lebens zeigt sich stabil. Dies bestätigt auch die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin, die für die Überwachung der LV-Anbieter zuständig ist. „Unsere Prognose, dass die Versicherer zumindest auf kurze und mittlere Sicht ausreichendes Stehvermögen haben, ist nach wie vor aktuell“, sagte BaFin-Chef Felix Hufeld jüngst. Schließlich ist die Lebens das beliebteste Sparprodukt der Deutschen. Über 90 Millionen Verträge werden bundesweit gezählt – manche Bürger haben sogar mehrere LV abgeschlossen.

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