Wiesengaudi – Oktoberfest – Weshalb Kurzzeit-Unfallversicherungen nur eingeschränkten Schutz bieten

Am Samstag ist es wieder so weit: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird mit einem «Ozapft is!» das erste Bier auf der Wiesn zapfen – und damit das Oktoberfest offiziell eröffnen. Rund 6 Millionen Menschen strömten 2015 in die Isar-Metropole, um es sich bei Bier und Schweinshaxn gutgehen zu lassen. In diesem Jahr werden ähnlich viele Besucher erwartet. Doch wie sieht es mit dem schutz aus?

Dass für ein solches Event eine empfehlenswert ist, ergibt sich schon aus dem ausgiebigen Alkoholkonsum. Stolze 7,5 Millionen Liter Bier werden auf dem Oktoberfest getrunken, so berichten die Veranstalter. Da können schon mal der Bub oder das Madl den Halt verlieren, wenn sie im Bierzelt auf den Tischen tanzen. Für die Sanitäter bedeutet das Volksfest 17 Tage Dauereinsatz. Zwischen 7.000 und 10.000 Menschen benötigen pro Saison laut DRK medizinische Hilfe, auch wenn die meisten Stürze glimpflich ausgehen.

Kurzzeiten – eingeschränkter Schutz für viel Geld

Auch mancher Versicherer hat das Potential erkannt und bietet für das Oktoberfest spezielle Kurzzeit-en an, die per App abgeschlossen werden können. Ein Münchener Versicherer berechnet für den 24-Stunden-Schutz zum Beispiel eine Summe von 5,99 Euro. Der Schutz gilt nur für den Wiesen-Aufenthalt und läuft dann automatisch aus. Das klingt erst einmal preiswert. Ist es aber nicht, rechnet man diese Kurzzeit-Prämie auf das Jahr um. Stolze 2186,35 Euro Jahresbeitrag würde eine solche kosten, wenn man sie über das ganze Jahr bezieht!

Ein weiterer Grund spricht gegen derartige Kurzzeiten: Die Invaliditätssumme ist oft sehr begrenzt, zum Beispiel auf 50.000 Euro. Wer einen derart schweren erleidet, dass ein bleibender Schaden zu beklagen ist, kann mit dieser niedrigen Summe seinen Lebensstandard nicht absichern.

Ein Beispiel: Man stelle sich nur einmal vor, bei einem selbstverschuldeten mit einem Fahrgeschäft verletzt sich ein Oktoberfest-Besucher so schwer, dass der e Arm amputiert werden muss. Viele versicherer zahlen für diesen Fall, abhängig von der Gliedertaxe im Vertrag, 70 Prozent der Invaliditätssumme aus. Das wären bei einer Kurzzeit-Police also 35.000 Euro. Wie lange reicht das Geld, um damit über die Runden zu kommen?

Besser gleich eine vollwertige abschließen!

Da ist es besser, gleich eine vollwertige abzuschließen, die das ganze Jahr über gilt!Zwar gibt es keine feste Regel, wie hoch eine Invaliditätssumme in der sein sollte. Das hängt auch von der jeweiligen Lebenssituation ab. Wer Kinder hat, sollte zum Beispiel eine höhere Leistung vereinbaren. Aber die Experten-Empfehlungen reichen vom Sechsfachen des Jahresbruttos bis hin zu einer Summe von 500.000 Euro!

Grundsätzlich gilt: eine niedrige Absicherung ist besser als gar keine. Wer also noch keine hat, kann mit so einer Kurzzeit-Police zumindest einen Grundschutz genießen. Ansonsten sind vollwertige slösungen derartig befristeten Verträgen vorzuziehen. Zusätzlich zur ist es ratsam, auch für den Verlust der Arbeitskraft finanziell vorzusorgen, etwa durch eine Berufsunfähigkeits. Dann steht dem Wiesen-Gaudi nichts mehr im Wege!

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