Urteil – Kfz-Haftpflichtversicherer muss höheren Nutzungsausfall zahlen

Auch Versicherer müssen Fristen einhalten. Das zeigt ein aktueller Urteilsspruch, bei dem ein Auto-Versicherer zu einer weit höheren Schadenssumme verurteilt wurde, weil er bei der Regulierung eines falles zu sehr bummelte. Laut einem Medienbericht hat das Amtsgericht Augsburg den Nutzungsausfall des Verbrauchers zeitlich auf die Frist ausgedehnt, die der Versicherer verspätet zahlte.

Wenn man ohne eigenes Verschulden in einen Auto verwickelt wird, ist es wichtig, dass der Kfz-versicherer des verursachers den Schaden schnell reguliert und eine Zahlung leistet. Doch genau dies geschah nicht in einem Fall, von dem der Münchener „Merkur“ berichtet. Und deshalb muss eine nicht namentlich genannte nun einen weit höheren Schadensersatz an ein opfer zahlen als üblich.

Versicherer konnte Kontaktaufnahme nicht beweisen

Nach einem in Augsburg ist demnach ein Mann mehrere Wochen im Krankenhaus behandelt worden, wie eine Sprecherin des Gerichtes berichtet. Doch weder der Verursacher des Crashs noch dessen Kfz- meldeten sich bei dem opfer. Schlimmer noch: Nach dem Klinikaufenthalt musste der Geschädigte selbst recherchieren, wer eigentlich für seine Verletzung verantwortlich ist, und dafür die Polizei einschalten. Ärgerlich!

Am Ende regulierte die des verursachers zwar den Schaden. Aber sie wollte nicht mehr als die üblichen 14 Tage für Nutzungsausfall zahlen. Nutzungsausfall bedeutet, dass der Geschädigte eine finanzielle Entschädigung für die Zeit verlangen kann, in der sein Auto aufgrund des s eben nicht nutzbar gewesen ist. Das Geld wird fällig, wenn der Betroffene keinen Mietwagen nimmt.

Doch diese Zahlung von 14 Tagen Nutzungsausfall wurde vom Amtsgericht Augsburg als zu gering zurückgewiesen. Stattdessen muss der versicherer des verursachers nun volle zwei Monate bzw. 66 Tage als Entschädigung zahlen. Eben die Zeit, die es dauerte, bis das opfer überhaupt den verursacher und dessen Versicherer ausfindig machen konnte.

opfer erhält längere Schadenszahlung zugesprochen

Der Weg vor Gericht lohnte sich für den Geschädigten. Denn auch das Amtsgericht Augsburg sprach dem Mann eine höhere Schadenszahlung zu. Und dabei versuchte die sogar, die Schuld auf das opfer selbst abzuwälzen. Sie behauptete, ein Mitarbeiter habe schon zwei Tage nach dem mit dem Autobesitzer telefoniert.

Das aber glaubten die Richter dem Versicherer nicht, denn einen entsprechenden Nachweis konnte die Gesellschaft nicht erbringen. Eine dem Gericht vorgelegte Anrufs-Notiz enthielt weder ein Datum noch eine Nummer des Geschädigten. Das Urteil ist inzwischen skräftig (Az. 73 C 1649/16).

Um die finanziellen Folgen eines solchen sstreits abzufangen, empfiehlt sich der Abschluss einer sschutz. Dieser Vertrag sollte aber nicht unbedingt bei dem Versicherer gewählt werden, bei dem man viele andere wichtige sverträge abgeschlossen hat, um Interessenkonflikte des Versicherers auszuschließen.

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