Bewusst leben trotz Parkinson

Der 11. April ist der Welt-Parkinson-Tag. Und tatsächlich hat die Krankheit auch hierzulande Beachtung verdient, denn immer mehr Patienten in Deutschland werden mit der Diagnose Parkinson konfrontiert. Auf ein aktives Leben müssen die meisten Betroffenen trotzdem nicht verzichten.

Der 11. April ist der Welt-Parkinson-Tag. Und tatsächlich hat die Krankheit auch hierzulande Beachtung verdient, denn immer mehr Patienten in Deutschland werden mit der Diagnose Parkinson konfrontiert. Auf ein aktives Leben müssen die meisten Betroffenen trotzdem nicht verzichten.

Parkinson droht in Deutschland zur Volkskrankheit zu werden, warnt die Vorstandschefin der Deutschen Parkinson Vereinigung, Magdalene Kaminski, am Dienst in Berlin. Schon jetzt seien bundesweit rund 280.000 Menschen mit Parkinson in Behandlung. Experten schätzen, dass zukünftig rund 13.000 neue Fälle jährlich hinzukommen werden. Grund ist die Alterung der Gesellschaft: Viele Symptome treten meistens erstmals zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Allerdings sind bis zu zwölf Prozent der Patienten erst 40 Jahre alt oder sogar jünger.

Die langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, umgangssprachlich auch als „Schüttelkrankheit“ bekannt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht heilbar. Ursache ist eine Störung der Dopamin-Produktion im Gehirn, eines wichtigen Botenstoffes, der die Bewegungssteuerung des Körpers wesentlich beeinflusst. Dennoch besteht nach einer Erkrankung kein Grund dazu, den Mut zu verlieren. Wenn die ersten Symptome diagnostiziert werden, lässt sich Morbus Parkinson inzwischen gut behandeln und der Krankheitsverlauf verlangsamen.

Wichtige Symptome von Parkinson sind Muskelstarre, verlangsamte Bewegungen, Zittern, eine verminderte Körperstabilität und eine Verlangsamung der Denkabläufe. Das bedeutet natürlich auch Einschränkungen im Alltagsleben. Die Hände zittern und der Gang ist schlürfend. Mitunter fällt es schwer, längere Zeit auf zu stehen oder sich fortzubewegen. Auch depressive Verstimmungen sind nicht selten. Prominente Patienten wie der Schauspieler Ottfried Fischer oder Boxlegende Mohammed Ali haben durch ihr Engagement dazu beigetragen, dass vielen Menschen die Krankheit ein Begriff ist.

Aktiv am Alltagsleben teilnehmen!

Die Einschränkungen der motorischen Fähigkeiten führen dazu, dass viele Parkinson-Patienten die Öffentlichkeit meiden. Dabei ist gerade für Menschen mit Parkinson wichtig, sich mit Menschen zu treffen, aktiv zu leben und Sport zu treiben, um den Körper lange fit zu halten. Es sollten jedoch je nach Schwere der Erkrankung Sportarten wie Skifahren oder Mountainbiken vermieden werden, bei denen eine erhöhte Sturzgefahr besteht. Ideal sind hingegen alle Betätigungen, die Koordination und Gleichgewicht trainieren: etwa Nordic Walking, Schwimmen oder leichte Gymnastik. Auch Entspannungs-, Meditations- und Atemübungen können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Es existiert ein umfangreiches Netzwerk an Selbsthilfegruppen, wo Betroffene sich mit anderen austauschen und gemeinsame Freizeitaktivitäten planen können. Für berufstätige Parkinson-Patienten besteht ein erhöhter Kündigungsschutz und ein auf Zusatzurlaub. Aber auch die Unterstützung der Angehörigen ist wichtig: Mitunter ist einfach mehr Geduld angebracht, wenn gewohnte Abläufe bei dem Betroffenen etwas länger dauern. Übertriebenes Mitleid und das „Bemuttern“ können hingegen die Unselbständigkeit des Patienten befördern und seinem Selbstwertgefühl schaden. Hier gilt: Weniger ist manchmal mehr!

Gegen die finanziellen Risiken einer Parkinson-Erkrankung kann man sich mit einer privaten Pflege oder sogenannten Schwere-Krankheiten- zusätzlich absichern. Während die Pflege je nach sart eine monatlich Rente auszahlt, leistet eine Schwere-Krankheiten-Vorsorge in der Regel einen Einmalbetrag, wenn die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium von einem Facharzt diagnostiziert wird. Das Geld kann dann genutzt werden, um etwa die Wohnung oder den PKW behindertenge umzubauen. Allerdings muss im Vertrag nachgelesen werden, ob die auch tatsächlich Leistungen für Parkinson bereit hält, denn nicht jede Schwere-Krankheiten-Police sieht eine Leistung bei Parkinson vor. Zusätzlich hilft eine Berufsunfähigkeits, wenn der Job wegen der Erkrankung aufgegeben werden muss.

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